Brutal, poetisch, magisch – fesselnd bis zur letzten Seite
Schon die Gestaltung von The Poet Empress von Shen Tao hat mich sofort begeistert. Das Cover und der Farbschnitt sind wunderschön aufeinander abgestimmt und harmonieren perfekt mit der Handlung. Das außergewöhnliche asiatische Setting, kombiniert mit Geisha-Vibes und einer Magie, die durch Reime wirkt, hat meine Neugier endgültig geweckt. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, durchweg interessant und unglaublich fesselnd.
Meine Meinung
Vom ersten Satz an war ich gepackt und schnell war mir klar, dass ich hier ein absolutes Lesehighlight in den Händen halte. Besonders das asiatische Setting hat mir sehr gefallen, ebenso wie die Art, wie die Magie beschrieben wird. Sie ist dezent, fast zurückhaltend, und doch ständig präsent. Das passt unglaublich gut zur Atmosphäre der Geschichte.
Von Beginn an wird deutlich, dass es sich nicht um eine leichte Liebesgeschichte handelt. Themen wie Verlust, Aufopferung und innere Stärke spielen eine zentrale Rolle, während Gewalt allgegenwärtig ist. Die Geschichte erzählt von grausamen Menschen und davon, wie sie zu dem wurden, was sie sind. Immer wieder werden dabei eigene Werte und moralische Ansichten hinterfragt. Die Figuren leben in einer Gesellschaft mit brutalen, unerbittlichen Regeln. Es ist eine Welt, die jeden zerstört, der zu schwach ist.
Wei ist eine faszinierende Protagonistin. Sie passt sich den Umständen an, ohne sich selbst völlig zu verlieren, und geht ihren eigenen Weg, selbst wenn das bedeutet, Opfer zu bringen. Um Prinz Terren zu töten, muss sie ein Herzseelengedicht schreiben, und dafür muss sie ihn wirklich kennen. Diese emotionale Reise beschreibt die Autorin eindringlich und intensiv, sodass die widersprüchlichen Gefühle jederzeit greifbar sind.
Prinz Terren ist ein Monster. Doch je tiefer man in seine Geschichte eintaucht, desto schwerer wird es, ihn eindeutig zu verurteilen. Warum er so geworden ist, erschließt sich nur langsam, und mit jeder Seite wächst das Verständnis für ihn. Trotz seiner Grausamkeit ertappt man sich dabei, ihn mehr und mehr zu mögen.
Die Handlung ist in sich stimmig abgeschlossen, alle Fäden laufen sauber zusammen. Das Ende hat mich als Leserin atemlos zurückgelassen. Es war anders als erwartet, aber so passend und rund, wie ich es nur selten erlebt habe.
Fazit
The Poet Empress hat mich auf ganzer Linie begeistert. Es ist eine düstere, poetische und emotionale Geschichte mit starken Figuren, einem außergewöhnlichen Setting und einem Ende, das lange nachhallt. Für mich ein echtes Highlight und eine klare Leseempfehlung für alle, die magische, brutale und tiefgründige Geschichten lieben.
Details zum Buch:
Autorin: Shen Tao
Übersetzt von: Sybille Uplegger, Alicia Rein
Erscheinungsdatum: 29.01.26
Format: E-Book und Hardcover
Seitenanzahl: 496
Genre: Fantasy
Tropes: Strong Female Protagonist, Asien, Poetic Magic System, Trauma & Loss
Verlag: Ullstein Verlag
Klappentext:
Ein Krieg am Horizont. Eine tödliche Verlobung. Und eine Frau, die das Schicksal ihrer Heimat wenden kann.
Als der grausame Thronfolger Prinz Terren nach Konkubinen sucht, sieht die Bauerntochter Yin Wei ihre Chance, ihre hungernde Familie zu retten. Doch im kaiserlichen Azaleenpalast erwartet sie ein gnadenloses Machtspiel: Dreißig Konkubinen kämpfen mit Gift und Intrigen um die Position der Kaiserin, während im Hintergrund ein heimlicher Erbfolgekrieg tobt. Als Terren ausgerechnet Wei zu seiner Gemahlin erwählt, beginnt für sie ein gefährliches Doppelspiel. Nur ein verbotener Zauber könnte sie vor Terrens Grausamkeiten und das Reich vor Krieg und Hungersnot bewahren – das Herzseelengedicht. Doch dieses wirkt nur, wenn der Anwender den Menschen, den er töten will, liebt. Und wie soll Wei einen Mann lieben lernen, der sie täglich foltert?
The Poet Empress ist ein episches Fantasy-Werk mit düsteren Themen, Motiven und Szenen, die möglicherweise nicht für alle Leser geeignet sind. Bitte beachten Sie den Hinweis der Autorin zu Beginn des Buches.
Mehr Infos zum Buch unter www.ullstein.de
Vielen Dank an Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

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