Samstag, 23. Mai 2026

Rezenion zu "West of Wicked "


Neuerzählung des Zauberers von Oz

Schon die Gestaltung von West of Wicked von Nikki St. Crowe hat mich sofort begeistert. Cover und Farbschnitt sind wunderschön aufeinander abgestimmt und passen perfekt zur Atmosphäre der Geschichte. Das Retelling der bekannten Geschichte rund um Dorothy konnte mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn es leider nicht ganz so düster, sexy und fesselnd war, wie ich es mir erhofft hatte. Besonders positiv hervorzuheben ist der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin, durch den sich das Buch sehr leicht lesen lässt.

Meine Meinung

Der Einstieg in die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Dorothy wird als vielschichtiger Charakter eingeführt und es war spannend, mehr über ihr Leben auf der Farm zu erfahren. Mein absoluter Liebling war natürlich Toto – frech, mutig und unglaublich loyal.
Sobald die Handlung jedoch in Oz angekommen ist, orientiert sich die Geschichte teilweise sehr stark an der bekannten Vorlage. Dadurch fehlte mir stellenweise die erhoffte Spannung und auch der Plot Twist kam für mich nicht besonders überraschend.
Besonders interessant fand ich hingegen die Perspektivwechsel zu den anderen Figuren, die auf mich teilweise sogar spannender wirkten als Dorothys eigene Handlung. Hier hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe und Fokus gewünscht.
Das Ende des ersten Bandes hielt zwar noch einige Überraschungen bereit, dennoch wurde der Showdown meiner Meinung nach etwas zu schnell abgehandelt. Vor allem manche Entwicklungen zwischen den Charakteren wirkten auf mich zu abrupt und dadurch nicht ganz nachvollziehbar. Gerade emotionale Konflikte hätten gerne mehr Raum bekommen dürfen.

Fazit

West of Wicked ist ein optisch wunderschön gestaltetes Oz-Retelling mit interessanten Ansätzen, spannenden Nebenfiguren und einem angenehmen Schreibstil. Wer düstere Märchenadaptionen liebt, könnte hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für mich blieb die Geschichte jedoch etwas hinter ihrem Potenzial zurück, da sie sich stellenweise zu nah an der Originalgeschichte orientiert und einige Entwicklungen zu schnell abgehandelt wurden. Trotzdem macht das Ende neugierig auf die Fortsetzung und ich bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird.

Details zum Buch:


Autorin: Nikki St. Crowe
Übersetzt von: Maria SchmidtJanika Krichtel
Erscheinungsdatum: 04.05.2026 
Format: E-Book und Hardcover
Seitenanzahl: 352 Seiten 
Genre: Fantasy / Dark Fantasy / Romantasy
Tropes: Wizard of Oz Retelling, Forbidden Love, Hidden Identity, Journey of Self-Discovery, Witchy, Morally Grey Characters
Verlag: Bramble

Klappentext: 

Dorothy Gale weiß nicht, woher sie kommt. Sie weiß noch, dass sie sich während eines Sommersturms in der tristen Prärie von Kansas nach Hause wünschte und an eine Frau klammerte, die nicht ihre Mutter war. Sie übergab Dorothy an zwei Fremde und flehte sie an, sie aufzunehmen. Sie erinnert sich nicht mehr genau an die Frau, aber sie erinnert sich an das Blut in ihrem Gesicht.

Inzwischen ist Dorothy älter und jagt dem Hochgefühl ihrer Liaison mit Edward hinterher, doch seine Heiratsanträge sind nicht genug. Sie will herausfinden, wer sie wirklich ist und wie sie diesem tristen Leben entkommen kann.

Dann fegt ein Wirbelsturm durch die Nacht und bringt Dorothy in ein in Schatten gehülltes und verfluchtes Land, das viel weiter entfernt ist, als Dorothy es sich je vorgestellt hat. Um wieder nach Hause zu kommen, muss sie einen Zauberer aufsuchen und einem tückischen Pfad folgen, auf dem bereits dunkle Gefahren, machthungrige Hexen und ein verfluchter Attentäter auf sie lauern …

Vielen Dank an Vorablesen für das Rezensionsexemplar.